KochbuchLiebe: Rachel Khoo's Küchentagebuch

Vor ziemlich genau drei Jahren habe ich zum ersten Mal in meinem Leben Karamell gemacht. Salziges Sahne-Karamell, um genau zu sein. In der Küche meiner damaligen WG - bewaffnet mit reichlich Zucker, Schlagsahne, bestem Fleur de Sel, einem kürzlich erworbenen, hochprofessionellen Backthermometer und meinem Laptop. Youtube war die Seite meiner Wahl, eine junge Londonerin namens Rachel Khoo meine Vertraute auf dem Weg zum Erfolg. Moelleux au Chocolat avec un cœur de Caramel Salé das Ziel.Was ich damals noch nicht wissen konnte: ziemlich genau drei Jahre später würde ich an einem schönen Frühlingsabend hoch über den Dächern von Berlin gemeinsam mit Rachel Khoo zu Abend essen. Etwas wovon ich nie zu träumen gewagt hatte, ist in Erfüllung gegangen und ich durfte Rachel anlässlich der Veröffentlichung ihres 3. Kochbuches treffen. Das Leben schreibt die schönsten Geschichten.

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Rachel Khoo ist genauso sympathisch, wie man sie aus ihren bisherigen Kochbüchern, ihren Youtube-Videos und Fernsehshows kennt. Charmant, bodenständig, witzig und unglaublich inspirierend. Eine Powerfrau mit einem umwerfenden Lachen. Einmal getroffen und sofort ins Herz geschlossen.

Nachdem sie sich in ihrem ersten Kochbuch meiner Herzensstadt Paris und im zweiten ganz Frankreich gewidmet hat, bereiste Rachel für Buch Nr. 3 nun Europa und brachte aus den verschiedenen Himmelsrichtungen Inspirationen und Rezepte mit, die sie Zuhause mit dem für sie typischen Khoo'schen Twist weiterentwickelte. In ihrem Kochbuch vereint sie Rezepte aus Frankreich, Schweden, Italien, der Türkei und Spanien. Es gibt sowohl vegetarische Gerichte, als auch regionale Spezialitäten mit Fleisch und Fisch, die jederzeit nach den eigenen Wünschen und Vorlieben abgewandelt werden können. Die Fotos von David Loftus (Jamiefreunde kennen und schätzen ihn) und Rachels kleine, zauberhafte Aquarell-Zeichnungen taten ihr Übriges, um mich für sich einzunehmen und zum Schwelgen in kulinarische Reiseabenteuer einzuladen. Ob an die Amalfiküste oder nach Istanbul, Rachels Gerichte und Anekdoten sind eine tolle Reisebegleitung.

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Wie es sich für ein gutes Kochbuch gehört, war meine Ausgabe innerhalb kürzester Zeit mit unzähligen Post-its gespickt. Die Frage aller Fragen lautet dann immer: wo fange ich an? Mit den frischen Zucchini-Spaghetti oder dem verführerischen Pistazien-Granatapfel-Kuchen? An einem schönen, warmen Frühsommertag (ja wirklich, ein paar dieser seltenen Art gab es dieses Jahr schon!) fiel die Wahl kurzerhand auf den Panzanella. Panzanella ist ein italienischer Brotsalat und ein typisches Beispiel für Resteverwertung. Altbackenes Brot findet mit Gemüse- und Salat eine neue Bestimmung und darf noch einmal glänzen. Klassisch verwendet man das Brot als Croutons, Rachels Variante allerdings ist etwas ganz besonderes. Statt das Brot in Stücke zu schneiden, hat sie sich entschieden einen Sauerteigbrotlaib auszuhöhlen und mit leckerem Gemüse zu füllen. Herauskommt dabei ein wunderbar saftiges Picknickbrot, das man herrlich mit guten Freunden auf einer Wiese vernaschen kann. Es braucht nicht einmal eine Verpackung, weil es die ja quasi selbst mitbringt.

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Rachels Rezept lieferte also die Vorlage für ein schmackhaftes Picknickglück. Während Rachel ihr Brot mit Tomaten, Mozzarella und einem Basilikum-Kapern-Pesto füllte, wanderten in meines mit Knoblauch angebratene Zucchini, Paprika und Aubergine, etwas Wildkräutersalat, Feta und ein rotes Pesto mit Datteln*. Was soll ich sagen? Es war unverschämt lecker und ich werde sicher noch sehr oft das ein oder andere Brot aushöhlen geschweigedenn in Rachels Buch blättern und mich für weitere Küchenabenteuer inspirieren lassen! Und ich werde weiterhin gespannt ihren Weg verfolgen. Erst Paris, dann Frankreich und jetzt Europa. Fragt sich, was als nächstes kommt. Die Welt? Früher oder später das Universum. Ich wünsche Mademoiselle Khoo für ihre Reisen nur das Allerbeste und hoffe, dass sie ihr Notizbuch immer griffbereit hält, um die schönsten Entdeckungen für uns festzuhalten!

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Bon appétit!

*Dieses Pesto ist im Übrigen so gut, dass ich es euch demnächst an anderer Stelle noch einmal persönlich vorstellen muss. Heute dürft ihr euch erst einmal mit den Bildern vom Picknick in einen warmen Sommertag hineinträumen. Sie werden wiederkommen, diese Tage, da bin ich mir ganz sicher!