Make a change: 10 Tipps für mehr Nachhaltigkeit

Die Welt der Foodblogs ist, sagen wir mal, zu 80% rosarot. Es gibt schöne Törtchen anzusehen und liebevoll drapierte Krümel von selbstgebackenem Knuspermüsli zu bestaunen. Man kann appetitliche Smoothiekreationen bewundern oder sich nach verlockenden, saftigen Burgern verzehren. Rezepte und Fotos von Essen soweit das Auge reicht. Nichts worüber man sich beschweren könnte, auch ich kann mir Fotos von Essen stundenlang in reinster Verzückung anschauen. Aber es droht manchmal etwas einseitig zu werden und die Balance ist mir wichtig - nicht nur was das betrifft, was bei mir auf den Tisch kommt. Der Blick über den Tellerrand ist es, der für mich das Leben gerade so spannend macht und hinzukommt: Es gibt zu viele Baustellen auf diesem Planeten, als dass man sich nur mit der perfekten Smoothiebowl auseinandersetzen sollte. Dass es mir am Herzen liegt, die Welt ein klitzekleines bisschen besser machen, habe ich an der einen (Original Unverpackt) oder anderen Stelle (Soulbottles) bereits einmal erwähnt. Nachhaltigkeit ist das Stichwort. Ein großes Wort, ich weiß. Desöfteren etwas überstrapaziert, mit der Tendenz schnell erschlagend zu sein. Es gibt so viel, was man tun sollte/könnte/müsste... Wo soll man bei so vielen globalen Problemen überhaupt beginnen? Ein leichtes Spiel für die Überforderung, die macht es sich gerne so richtig schnell bequem, weil man denkt, man könnte sowieso nichts verändern. Aber weit gefehlt! Jeder einzelne, noch so kleine (ich bin schließlich auch nur 1,58m) Mensch kann mit kleinen Schritten etwas bewegen. Und diese Schritte sind gar nicht so schwer, wie man immer meint. Einfach kleine Ziele stecken, nach und nach ein paar Veränderungen wagen und sich aus der Komfortzone herausbewegen. Und das kann, im Übrigen, auch richtig viel Spaß machen.

Meine 10 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag:

1) Mehrweg statt Einweg

Es fängt bei den Einwegflaschen an (die nur einmal benutzt und dann geschreddert werden) und hört bei der Frischhaltefolie auf. Einweg ist wie es der Name so schön sagt: Eine Sackgasse. Wer im übertragenen Sinne mehrspurig unterwegs sein möchte, sollte auf Mehrwegprodukte zurückgreifen. Konkret kann das heißen: Kaufe Mehrwegflaschen, die 25-30x wiederverwendet werden können, benutze leere Schraubgläser weiter (z.B. für deine Vorräte) oder besorge dir plastik- und schadstofffreie Brotdosen, mit denen du dein Mittagessen ganz unkompliziert mit ins Büro nehmen kannst.

10 Tipps für mehr Nachhaltigkeit im Alltag - Thewaitress Foodblog

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2) Unverpackt rockt!

Versuche wo es geht auf unnötige Verpackungen zu verzichten. Halte die Augen offen nach unverpackten Alternativen, statt Pappe, Plastik und Co. nach Hause zu tragen und dort wieder zu entsorgen. Kaufe im Bioladen oder am besten auf dem Wochenmarkt ein, wo du Obst und Gemüse in mitgebrachten Beuteln oder Körben verstauen kannst.  In manchen Städten gibt es außerdem bereits verpackungsfreie Supermärkte, die eine tolle Unterstützung sind - z.B. in Berlin, Kiel, Dresden, Schwäbisch-Gmünd, Mainz und Heidelberg. (Hier findest du eine umfassende Karte dazu.)

3) Be water your friend!

Trinke kein in Plastikflaschen abgefülltes Wasser. Ja, auch wenn das das Normalste der Welt ist. Hier ein paar harte Fakten: In Plastikflaschen abgefülltes Wasser wird viel weniger streng kontrolliert als Leitungswasser. Durch lange Lagerzeiten haben Bakterien ein leichtes Spiel sich darin zu vermehren, während sich gleichzeitig Lösungsmittel und Weichmacher wie BPA (Bisphenol A) aus dem Plastik lösen können. Und wer trinkt gerne Wasser mit Zusatzstoffen, die in Verdacht stehen Krebs und Unfruchtbarkeit verursachen zu können? Eben. Die Alternative: Wasser aus der Leitung, am besten gefiltert und abgefüllt in eine wiederverwendbare Glasflasche. Das ist alles was du brauchst.

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4) Dein Freund, der Wasserkocher!

Der Wasserkocher kann Wasser viel schneller zum Kochen bringen als ein herkömmlicher Herd. Also greife zum nächsten Mal zu ihm, wenn du Wasser für Nudeln, Kartoffeln und Co. kochen willst. Das spart Energie und Zeit. Eine klassische Win-Win-Situation.

5) Spülschwamm adieu, hier kommt die Bürste!

Die durchschnittliche (aktive) Lebensdauer von einem Schwamm liegt bei maximal bei einer Woche, spätestens dann beginnt er am Spülbecken durch Geruch unangenehm aufzufallen. Kennst du, oder? Also ab mit ihm in den Müll und den nächsten, schönen neuen ausgepackt. Aber Halt! So ein Spülschwamm braucht min. 250 Jahre bis er auf natürlichem Wege abgebaut ist. Und dann wird er nicht zu humusbildenden Nährstoffen, sondern lediglich zu winzigen Plastikpartikeln, die sich in der Natur ablagern. Das muss nicht sein. Eine einfache (plastikfreie) Bürste erfüllt die gleichen Aufgaben, ist quasi unverwüstlich und kann einfach mit heißem Wasser abgekocht werden. So sehen klare Gewinner aus!

Nachhaltigkeit: Buerste statt Spuelschwamm - Thewaitress Blog

Nachhaltigkeit: Buerste statt Spuelschwamm - Thewaitress Blog

6) Support your local dealer!

Eigentlich klar wie Kloßbrühe: kaufe regional und saisonal ein. Regional angebaute Lebensmittel benötigen nur kurze Transportwege und wachsen genau dann, wenn sie Saison haben. Die Folge: aromatisches Obst und Gemüse, das auch noch günstig ist für dich und ein glücklicher Bauer auf der anderen Seite. Wenn das nicht zwei Fliegen mit einer Klappe sind, weiß ich auch nicht.

7) Nutze eine jute Möglichkeit!

So simpel, so gut: Hab einfach immer einen Stoffbeutel a.k.a. eine Jute-Tasche dabei und sei so vorbereitet für Spontaneinkäufe. Der Stoffbeutel nimmt nicht viel Platz in der Tasche weg, ist leicht und eine willkommene Abwechslung zu den tausenden Plastiktüten, die minütlich über den Ladentisch wandern.

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8) Do it yourself!

Zahnpasta, Haushaltsreiniger, Shampoo, Bodybutter,... wer glaubt, all diese Sachen gibt es nur im Laden zu kaufen, hat noch nicht die volle Bandbreite seiner Möglichkeiten entdeckt! Die meisten abgepackten Dinge lassen sich im Handumdrehen selbst herstellen und kommen, da ohne unnötige chemische Inhaltsstoffe, auch noch viel gesünder um die Ecke. Apfelessig, Natron und Kokosöl sind hier tolle Helfer!

9) Denke in Schubladen: Trenne deinen Müll

Auch wenn der Müll in den Müllsortieranlagen wie es der Name schon andeutet, oft nochmals sortiert wird, kann die große Masse nicht so einfach verarbeitet, recycelt, etc. werden, wenn alles bunt gemischt ist. Plastik im Hausmüll kann nicht recycelt werden, sondern wird direkt verbrannt. Biomüll in Kombination mit Plastikmüll kann nicht in Biogasanlagen zur Zweitverwertung genutzt und Glasmüll in der Biotonne wiederum schlecht in neues Glas verwandelt werden. Also mach dir die Mühe und denk ne Runde mit.

10) Begib dich auf eine Entdeckungsreise - finde Alternativen!

Der Mensch ist ein Gewohnheitstier. Was gut funktioniert, sich bewährt und obendrein bequem ist, wird einfach beibehalten. Umdenken lohnt sich aber - für dich und für deine Umwelt! Also Augen auf nach Alternativen, denn es gibt sie - seien es wiederverwendbare Abschminkpads, oldschool Stofftaschentücher oder ökologisch abbaubare Bambuszahnbürsten. Die Welt steckt voller nachhaltiger Überraschungen!

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Wie gestaltet ihr euren Alltag etwas nachhaltiger? Habt ihr weitere Ideen und Tipps?

Ich freue mich über eure Anregungen!

Alles Liebe

Theresa