Make a change: 10 Tipps für weniger Plastik im Alltag

10 Tipps fuer weniger Plastik im Alltag / THE.WAITRESS. Blog Plastik. Zum ersten Mal ist es mir vor ein paar Jahren nach dem Schauen des Trailers von "Plastic Planet" bewusst geworden. Plastik ist tatsächlich überall. Sei es der Lichtschalter an der Wand, die Tastatur des Computers oder die Verpackung der Nudeln im Supermarkt. Wenn man einmal anfängt darauf zu achten, kann man gar nicht glauben in was für einer plastikdominierten Welt wir leben. Plastik ist praktisch, keine Frage. Es lässt sich in endlos vielen Varianten, Farben, Formen und Konsistenzen herstellen. Es sorgt dafür, dass wir Lebensmittel einfach und unkompliziert verpacken und transportieren können. Es hilft uns Leben zu retten - in Form von Kanülen oder Blutkonserven. So viel zur Sonnenseite. Aber Plastik hat Schattenseiten. Viel zu viele meiner Meinung nach. Um hier nur ein paar zu nennen: Es ist extrem gesundheitschädigend, steht im Verdacht Krebs, Unfruchtbarkeit und viele andere Krankheiten hervorzurufen. Und: Es lässt sich nicht biologisch abbauen.

Seit ich mich intensiver damit beschäftige, versuche ich Plastik zunehmend aus meinem Alltag zu verbannen. Zumindest schrittweise und so gut es geht. Nicht mehr Straßenbahn fahren, wäre aktuell eher keine Option oder auf meinen Computer zu verzichten. Aber es gibt Dinge, die sich leichter realisieren lassen und so möchte ich euch heute 10 Tipps geben, wie man Plastik einfach ersetzen oder vermeiden kann. Here we go!

Meine 10 Tipps für weniger Plastik im Alltag:

1) Schneidebretter

Plastikschneidebretter waren mir schon immer suspekt, mittlerweile weiß ich auch warum: Beim Schneiden lösen sich feinste Plastikpartikel und gehen in unsere Nahrung über. Fetthaltige Lebensmittel lösen die Weichmacher und diese wandern ebenfalls in unseren Körper. Hinzu kommt, dass Bakterien sich auf Plastik viel wohler fühlen und sich dadurch besser vermehren. Also warum nicht einfach wieder zu den guten, schlichten Holzbrettern greifen, die auch noch viel schöner aussehen?

Plastikfreie Schneidebretter aus Holz / THE.WAITRESS. Blog

2) Brotdosen

Mit dem Umzug in meine neue Wohnung habe ich mich von meinen Tupper-Dosen getrennt. Mein Mittagessen fürs Büro oder Essensreste packe ich nun einfach in verschieden große Gläser. Das können Weck-Gläser sein oder einfache Schraubgläser. Mein derzeitiger Favorit: Die Gläser meiner liebsten Gewürzgurken. Die sehen schön aus,  sind geschmacksneutral, dicht und geben ohne unnötige Weichmacher auch keine unschönen Chemikalien an mein Essen ab. Wem Gläser zu schwer sind, kann ich schadstofffreie und nachhaltige Edelstahl-Lunchboxen empfehlen, die von verschiedenen Herstellern angeboten werden.

3) Trinkflaschen

Hier gilt das Gleiche wie bei den Brotdosen und den Schneidebrettern. Plastikflaschen strotzen meist nur so vor Weichmachern und wenn ich Wasser trinke, möchte ich nicht noch einen unsichtbaren Cocktail aus Chemikalien mittrinken. Zum Glück gibt es auch hier schöne Alternativen aus Edelstahl oder Glas.

4) Küchenhelfer

Hitze und Kunststoff vertragen sich leider nicht sehr gut. Durch das Erwärmen lösen sich, mal wieder - wen wundert's noch - Chemikalien aus z.B. Pfannenwendern oder Backformen. Durch fetthaltige Lebensmittel wird dieser Effekt noch unterstützt. Keine schöne Vorstellung, wenn man einen Kuchen in einer Silikonform backt. Hier tummeln sich Weichmacher der Extraklasse. Also vielleicht doch wieder zu herkömmlichen Formen aus Metall oder Keramik und zu Küchenhelfern aus Holz und Edelstahl greifen? Sie sind schön und praktisch unverwüstlich.

Plastikfrei im Alltag - 10 Tipps / THE.WAITRESS. Foodblog

5) Shampoo & Duschbad

Nichts ist normaler als Shampoo und Duschbad abgefüllt in Plastikflaschen zu kaufen. Mit großer Regelmäßigkeit sind diese Flaschen allerdings aufgebraucht, machen reichlich Plastikmüll und lassen sich, wenn überhaupt möglich, auch nur mit Nachfüllpackungen aus Plastik wieder befüllen. Tatsächlich gibt es Seife und Shampoo seit jeher auch am Stück, oft unverpackt und somit plastikfrei zu kaufen. Ich probiere gerade eine Shampoo-Seife aus, die herrlich nach Zitronengras duftet und freue mich sehr, dass man sie rückstandslos aufbrauchen kann und sie mit viel weniger Inhaltsstoffen daherkommt.

6) Abschminkpads & Taschentücher

Besonders bei Kosmetikartikeln sind wir große Wegwerfkünstler. Sei es ein Abschminkpad oder ein Papiertaschentuch - wir werfen beides weg, den Inhalt und die Plastikverpackung. Dabei gibt es auch hier tolle Alternativen: Das klassische Stofftaschentuch zum Beispiel. Es ist waschbar und damit unbegrenzt wiederverwendbar. Ich habe einfach ein paar aus dem Bestand meiner Mutter entführt und bin damit sehr zufrieden. Vielleicht findet ihr ja auch noch alte Bestände auf dem Dachboden oder bei der Großmutter? Auch gut: Abschminkpads oder Waschlappen aus Stoff, die sich ebenso unbegrenzt einsetzen lassen. Das freut den Geldbeutel und die Natur, denn der Anbau von Baumwolle verbraucht unfassbar viel Wasser. Also lieber zwei waschbare langlebige Baumwoll-Stoffpads, als jeden Monat eine neue Packung Wegwerf-Wattepads mit einer durchschnittlichen Verwendungsdauer von 2 Minuten.

7) Hautpflege

Plastik würde sich bewusst wahrscheinlich niemand auf die Haut schmieren wollen, aber tatsächlich machen wir es täglich. In vielen Duschbädern und vor allem in Peelings versteckt sich so genanntes Mikroplastik. Das sind winzig kleine Plastikkügelchen, die so klein sind, dass sie in Kläranlagen nicht aus dem Wasser herausgefiltert werden können und so letztendlich in der Natur, unseren Gewässern und in den dort lebenden Tieren landen. Die Alternative: Naturkosmetik, denn hier darf Mikroplastik mit gutem Grund nicht verwendet werden.

8) Putzmittel

Hier gilt das Gleiche wie bei Shampoos und Seife, denn Putzmittel kommen generell auch in Plastikverpackungen daher. Heutzutage haben wir meist ein ganzes Putzmittel-Arsenal im Schrank, für jeden Fleck eine andere Flasche. Habt ihr euch mal gefragt, wie eigentlich vor 100 Jahren geputzt wurde, als es die Chemiekeulen noch nicht gab? Die Antwort damals wie heute: Essig und Natron sind die Zaubermittel der ersten Wahl. Daraus lassen sich im Handumdrehen selbst Reinigungsmittel herstellen. Sehr gerne zeige ich euch ein paar "Rezepte" dafür.

Plastikfrei Einkaufen / THE.WAITRESS. Blog

9) Einkaufen

Ich gehe seit ca. zwei Jahren fast nur noch im Bioladen und auf dem Wochenmarkt einkaufen. Verirre ich mich doch mal in einen konventionellen Supermarkt, kann ich nur  staunen wie viel hier in Plastik verpackt ist. Hier wird es dem Kunden nicht so leicht gemacht, auf Plastik zu verzichten - absurderweise gerade oft bei Bio-Obst und -Gemüse, das in Plastik gehüllt vor konventionellem Gemüse geschützt werden soll. Ich kann euch also nur ans Herz legen, soweit das möglich ist, direkt beim Erzeuger, auf dem Wochenmarkt oder im Bioladen einzukaufen. Dort werdet ihr auch nicht komisch angeschaut, wenn ihr 8 Äpfel lose aufs Band legt. Und solltet ihr doch mal eine Tüte benötigen, gibt es waschbare Baumwollsäckchen und -netze, die ihr ganz einfach verwenden könnt. Ich habe meine bei monomeer, einem plastikfreien Online-Shop entdeckt, den ich euch sehr ans Herz legen kann

10) Essen

Plastikfrei essen klingt im ersten Moment vielleicht irritierend, aber ist euch schon einmal aufgefallen, wie viel Müll / Plastik zusammenkommt, wenn wir in einem Restaurant Essen zum Mitnehmen bestellen oder uns Essen nach Hause liefern lassen? Meist kommt da ein ganzer Berg an Styropor- und Plastikverpackungen zusammen, der eigentlich nicht sein muss. Als Alternative beim Mitnehmen bietet es sich an, eine eigene Lunchbox z.B. aus Edelstahl dabeizuhaben, in die man das Essen füllen lassen kann oder beim Falafelladen des Vertrauens ein Geschirrtuch, in welches man das Falafelbrot wickeln lassen kann. Das wird die Verkäufer vielleicht zunächst irritieren, aber keine Sorge, sie gewöhnen sich auch daran.

Habt ihr noch weitere Ideen, wie man Plastik im Alltag ersetzen oder vermeiden kann? Ich freue mich immer über neue Anregungen und Tipps!