Make a change: Weniger Plastik Ist Meer

© Jasmin Becela Stell dir vor: Du bist im Sommerurlaub am Meer. Es ist sehr warm und dir ist nach einer Abkühlung. Warum nicht eine Runde in den Wellen abtauchen? Ein paar Minuten später schwimmst du im Wasser und bemerkst, irgendwas ist anders als in deiner Erinnerung. Meer, das klingt für dich immer nach unendlicher Weite, Natur pur, Wasser bis zum Horizont, Entspannung und Genuss. Nur heute schwimmst du nicht alleine. An dir zieht eine zerknautschte Plastikflasche vorbei, hinter dir treibt ein Plastiknetz und wenn du ganz genau hinschaust, erkennst du viele kleine Plastikpartikel um dich herum. Und jetzt stell dir mal vor, du bist ein Delfin. Die Plastikflasche sieht fremdartig aus, aber vielleicht kann man sie essen? Während du noch überlegst, kannst du das Plastiknetz hinter dir nicht sehen. Du verhedderst dich plötzlich mit einer Flosse darin und kannst dich nur noch mit letzter Mühe daraus befreien.

Eine traurige Vorstellung, oder? An vielen Stränden und Gegenden im Meer gehört Plastik tatsächlich längst ins alltägliche Bild. Und es wird jeden Tag mehr - durchschnittlich gelangt jeden Tag 1 Tonne Plastik in die Ozeane, das sind ca. 7 Millionen Tonnen im Jahr. Eine derzeitige Prognose sagt voraus, dass im Jahr 2050 mehr Plastik im Meer schwimmen wird als Fische.

Doch wie kommt das Plastik überhaupt ins Meer? Das ist eine Frage, die wir uns im Alltag selten stellen. Wenn man seinen täglichen Plastikmüll in die gelbe Tonne wirft, scheint sich das Thema doch erledigt zu haben. Aus den Augen aus dem Sinn. Doch das ist leider ein Trugschluss. Vor ein paar Jahren ist mir dieser Spruch begegnet "Don't throw anything away, there is no 'away'." und seitdem nicht mehr aus dem Kopf gegangen. Im Meer landet jeden Tag das, wovon wir denken, dass es "away" und somit weg ist. Sage und schreibe 80% des Mülls finden ihren Weg vom Land in die Ozeane und davon sind wiederum 80% aus Plastik. Diese unbeschreiblichen Plastikmengen werden durch die Strömungen zu riesigen Gebilden zusammengetrieben. So ist zum Beispiel in den letzten Jahren der Great Pacific Garbage Patch entstanden, bei dem es sich keineswegs um eine exotische Inselgruppe im Pazifik handelt, sondern um eine gigantische im Wasser treibende Plastikansammlung mit der Größe von Mitteleuropa.

© Nele Prinz & Steffen Kraft

Mir liegt das Thema Plastikvermeidung sehr am Herzen - sowohl für uns Menschen als auch besonders für die Pflanzen- und Tierwelt. Daher habe ich mich sehr gefreut, dass mich die Wal- und Delfinschutzorganisation WDC (Whale & Dolphin Conservation) Anfang Mai zu einem ganz besonderen Workshop nach München eingeladen hat. Unter dem Motto der neuen Kampagne - #WenigerPlastikIstMeer - haben wir uns einen Tag lang damit befasst, wie das Plastik eigentlich genau seinen Weg in das Ökosystem Meer findet und was wir im Alltag konkret dafür tun können, um unseren Plastikkonsum zu reduzieren und somit einen Beitrag zu leisten für das Wohlbefinden der Meeresbewohner.

Die 3 wichtigsten Tipps, die ich von dem Workshop mitgenommen habe, sind diese hier:

1. Versuche deinen (Plastik-)Müll so gut es geht zu reduzieren und Plastik im Alltag durch andere, umweltschonendere Materialien wie Holz, Glas, Metall etc. zu ersetzen. Jede kleine Veränderung ist ein großer Schritt in die richtige Richtung. Je weniger Plastik am Ende im Meer landet, umso weniger ist es eine Gefahr die Tiere, die sich aktuell oft darin verfangen oder es fatalerweise für Nahrung halten.

2. Verzichte auf Mikroplastik! In herkömmlicher Zahnpasta und Duschpeelings befinden sich kleinste Plastikpartikel. Diese gelangen über die Kanalisation ins Grundwasser, da sie von klassischen Kläranlagen nicht herausgefiltert werden können. Gute Alternativen sind daher Naturkosmetik (bei welcher Mikroplastik verboten ist) oder selbstgemachte Peelings aus z.B. Kokosöl und Rohrzucker.

3. Sei vorbereitet und aufmerksam, wenn du unterwegs bist! Ein Großteil unseres Mülls entsteht tatsächlich, wenn wir uns spontan etwas zu Essen kaufen - sei es ein Coffee to go oder ein Döner. Versuche ein paar Dinge wie Besteck, eine Lunchbox oder einen wiederverwendbaren Becher dabeizuhaben, so kannst du direkt einen Teil des Mülls vermeiden. Und wenn dir auf Straße eine Plastiktüte o.Ä. begegnet, schnapp sie dir einfach bevor sie ihren Weg ins Meer findet und wirf sie in den nächsten Mülleimer. Das sind kleine Gesten des Umdenkens, die auch unser Umfeld positiv beeinflussen können.

Blogger-Workshop-1

Bei dem inspirierenden Workshop waren dabei  (v.l.n.r.) Alexa von Slowly Veggie, Inka von Blickgewinkelt, Shia von Wasteland Rebel, Kathrin von Ein bisschen vegan, ich, Petra von GreenLifestyle, Steffen Kraft, Nele Prinz, Maddie von dariadaria, Benedikt Tröster von Vaude, Katrin Schüler von der Plastikfreien Zone sowie Franziska, David und Ela (hat das Foto gemacht) von der WDC.

Wenn ihr euch für das Thema Plastik im Meer interessiert und noch mehr darüber erfahren wollt, kann ich euch die Kampagne #WenigerPlastikIstMeer sehr ans Herz legen. Hier findet ihr weitere Informationen darüber und könnt auch selbst aktiv werden.

Ich danke der WDC ganz herzlich für die Einladung und den bereichernden Tag! Es war mir eine große Freude, dabei sein zu dürfen!

 

p.s. hier findest du 10 weitere Tipps, wie du Plastik im Alltag vermeiden kannst und hier kannst du mein Interview mit Nele Prinz nachlesen, in dem sie von ihrem Projekt einen ganzen Monat auf Plastik zu verzichten (No Plastic Challenge) berichtet.