Loslassen in 3 Schritten

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In diesem Jahr scheint es als wäre Loslassen mein roter Faden. Mein Thema, um das sich alles dreht. Ich lasse alles los, wie ein Baum im Herbst seine Blätter. Loslassen als besonderer Prozess, der mal aufwühlend, mal beflügelnd und immer bereichernd ist. Loslassen als Weg, den ich gehe. Jeden Tag auf's Neue. Wie magisch das sein kann, habe ich hier vor ein paar Wochen beschrieben und prompt kam die Frage einer Leserin: "Loslassen ja, aber wie?"

Ihre Frage trifft ins Schwarze. Denn Loslassen als Idee ist ja gut und schön, aber wenn wir ehrlich sind auch das Gegenteil von konkret. Ein schönes Wort, aber auch ein bisschen Wischiwaschi. Also habe ich überlegt und lange nachgedacht, wie ich dir eine Art Gebrauchsanweisung zum Loslassen mit an die Hand geben kann. Was gar nicht so leicht ist, weil Loslassen tatsächlich viel eher ein innerer Prozess, eine Herzenshaltung ist, als eine Aufgabe, die man morgens auf die To-Do-Liste schreibt und dann einfach einmal am Tag abhakt.

Warum Loslassen?

Loslassen macht dein Leben leichter. Stell dir vor, deine Gedanken, Ängste, Verhaltensmuster, Glaubenssätze, etc. schleppst du als unsichtbares Gepäck mit dir herum. Wie ein riesengroßer Rucksack, der auf deinem Rücken klebt. Morgen bis abends, sogar nachts. 20 Kilo, mindestens. Stell dir das mal vor. Dass es sich damit nicht durch den Tag schweben, geschweigedenn erholsam schlafen lässt, versteht sich ja von selbst.

Und jetzt stell dir mal vor, wie du den Rucksack Stück für Stück auspackst. Wie du dir jedes einzelne Teil anschaust und dann entscheidest, ob du es jetzt und hier in deinem Leben noch brauchst. Wie du jedes Gefühl, jede Angst, jede Erinnerung, jede Vorstellung prüfend in die Hand nimmst und dich magic-cleaning-mäßig fragst: "Macht mich das glücklich oder kann das weg?"

Du schaust dir den Schmerz an, den deine letzte Trennung hinterlassen hat. Du schaust dir die Angst an, die du vor dem Scheitern hast. Du schaust dir den Glauben an, du seist nicht gut genug und schon garnicht liebenswert. Du schaust dir das alles an, Stück für Stück. Das ist nicht leicht und geht bei der Größe deines Rucksacks nicht von jetzt auf gleich, aber schau es dir trotzdem an. Du hast alle Zeit der Welt und du wirst sehen, mit jedem Stück, das du auspackst und loslässt, wird dein Leben leichter. Du wirst leichter. Das fühlt sich unbeschreiblich schön an und wenn du einmal auf den Geschmack gekommen bist, wirst du dir deinen Rucksack immer wieder vorknöpfen. Bis er leicht ist und nur noch die Dinge darin zu finden sind, die du wirklich brauchst. Liebe. Vertrauen. Stärke.

Wie Loslassen?

Dein Rucksack steht also vor dir und du bist bereit. Du bist bereit, ihn auf den Kopf und dich seinem Inhalt zu stellen. Was auch immer er bereithalten mag, du bist bereit. Also legen wir los:

Loslassen in 3 Schritten

1) Step One - Bewusst Wahrnehmen

Es beginnt damit, dass du alles in dir ganz bewusst wahrnimmst - vor allem deine Gedanken und Gefühle. Sei wie ein außenstehender Beobachter, der ganz interessiert verfolgt, was sich gerade in deinem Kopf abspielt. Schau dir alles an und nimm es einfach erstmal wahr. Egal, ob es Freude ist, Stress, Hoffnung, Sorgen oder Angst. Egal ob du in der Supermarktschlange stehst, gerade dein Mittagessen isst oder dir die Zähne putzt. Gewöhne es dir an, so oft wie möglich eine Art Check-In zu machen und zu beobachten, was du denkst und fühlst. So gehst du den ersten Schritt des Loslassens.

2) Step Two: Bewusst Annehmen

Je bewusster du wahrnimmst, was da an Gedanken, Gefühlen und Glaubenssätzen zwischen deinen Ohren herumspukt, umso eher wirst du bemerken, dass dir nicht alles gefällt, was du da beobachtest. Du willst die Angst eigentlich gar nicht sehen und auch nicht den Druck, immer alles richtig machen zu wollen. Oder den Stress und die Grübelschleifen. Ich bin mir sicher, das ist alles da, weil es das bei uns allen ist. Und ich sage dir: Es ist okay. Du bist okay. Schaue es dir an, jedes Licht und jede Dunkelheit und nimm sie bewusst so an, wie sie sind. Nimm die Gedanken und Gefühle an, nimm dich an. Akzeptiere alles aus einer wohlwollenden, liebevollen Haltung heraus. So schließt du Frieden mit dem was ist, machst dein Herz weich und gehst den nächsten Schritt des Loslassens.

3) Step Three: Bewusst Loslassen

Spätestens an dieser Stelle weißt du genau, was sich all die Jahre in deinem Rucksack verborgen hielt. Du nimmst wahr, was ist und nimmst es so an, wie es ist. Jedes einzelne Stück, jeden einzelnen Gedanken und jedes einzelne Gefühl. Du fragst dich: "Macht es mich glücklich oder kann das weg?" und triffst die Entscheidung, alles loszulassen, was dir nicht länger gut tut. Was dich abhält, dein volles Potential zu entfalten. Was dich zurückhält, federleicht durch den Tag zu schweben und frei und voller Liebe zu leben. Identifiziere dich nicht länger mit all dem Negativen, sondern fühle dich hinein in das, was du stattdessen im Rucksack behalten willst. Fühle dich hinein. In Liebe. Vertrauen. Stärke. Und ehe du es bemerkst, hast du schon losgelassen. It's magic and it happens. Vertraue mir.*

Alles Liebe

Theresa

*Wenn sich an dieser Stelle dein Verstand einschaltet, weil er immer noch nicht versteht, wie das konkret gehen soll. Beginne wieder bei Schritt eins. Loslassen kannst du nicht mit dem Kopf, sondern nur mit deinem Herzen.