Interview

Be the change: Mit Julia Wiencirz von der Female Founder Academy

Be the change: Mit Julia Wiencirz von der Female Founder Academy

Inspiriert von Gandhi’s Worten „Be the change you wish to see in the world“ stelle ich euch in dieser Reihe starke und inspirierende Frauen vor. Frauen, die selbstbewusst neue Wege gehen, sich etwas trauen, mutig sind und die Welt zu einem besseren Ort machen. Frauen wie Julia Wiencirz. Julia und ich haben uns im Frühsommer bei dem ersten Meetup der von ihr gegründeten Female Founder Academy kennengelernt und ziemlich schnell gemerkt, dass uns die gleichen Dinge begeistern - allem voran, Frauen dabei zu unterstützen ihre Träume und Ideen Wirklichkeit werden zu lassen. Julia tut dies, indem sie die nötigen Tools und ganz viel Know-How zum Gründen zur Verfügung stellt und die einzigartige Vernetzung von Frauen mit dem Wunsch nach beruflicher Selbstständigkeit ermöglicht. Da sie wie ich die Welt aus den Angeln heben möchte, freue ich mich umso mehr, dass ich euch Julia Wiencirz heute hier vorstellen darf. Vorhang auf:

Be the change: Mit Theresa Kellner von THE.WAITRESS.

Be the change: Mit Theresa Kellner von THE.WAITRESS.

Inspiriert von Gandhi’s Worten „Be the change you wish to see in the world“ stelle ich euch in dieser Reihe regelmäßig starke und inspirierende Frauen vor. Frauen, die neue Wege gehen, sich etwas trauen, mutig ihr Leben in die Hand nehmen und die Welt zu einem besseren Ort machen. Frauen wie VeronikaShia oder Jenni
Da der September in diesem Jahr ein ganz besonderer Monat für mich ist und ich meinen 30. Geburtstag gefeiert habe, hatte ich spontan eine Idee. Wie wäre es, wenn ich mich einfach mal selbst mit meinen Fragen löchern und euch erzählen würde, was mich antreibt, inspiriert und berührt?  Herausgekommen ist dieses Interview mit mir selbst und ich hoffe, es macht euch ganz viel Freude meine Antworten zu lesen!

Be the change: Veronika von Carrots for Claire

Be the change: Veronika von Carrots for Claire

Inspiriert von Gandhi’s Worten „Be the change you wish to see in the world“ stelle ich euch in dieser Reihe starke und inspirierende Frauen vor. Frauen, die neue Wege gehen, sich etwas trauen, mutig sind und die Welt zu einem besseren Ort machen. Frauen wie Veronika. Veronika und mich verbinden die Liebe zu vollwertigem, gesunden Essen, das glücklich macht und das Schreiben auf unseren Blogs.
Zum ersten Mal haben wir uns vor einigen Jahren in einem Berliner Café getroffen. Ihre Tochter Claire war damals noch ganz klein und wuselte um unseren Tisch herum. Nur für den gesunden Erdnuss-Schoko-Brownie hielt sie ein paar Momente still. Ein Jahr später traf ich die beiden in Bremen wieder, um auf Veronikas erstes Buch „Gesund Kochen ist Liebe“ anzustoßen. Heute – ein paar Jahre, zwei weitere Bücher und ein kleiner, süßer Sohn namens Elian später, verbindet uns noch immer ein besonderes Band und ich freue mich, dass ich euch Veronika (die eine riesengroße Inspiration für mich und ein unermesslicher Hafen an positiver Energie ist), heute hier vorstellen darf. Vorhang auf für Veronika von Carrots for Claire:

Be the change: Jennifer Hauwehde von Mehr Als Grünzeug

Be the change: Jennifer Hauwehde von Mehr Als Grünzeug

Inspiriert von Gandhi’s Worten „Be the change you wish to see in the world“ stelle ich euch in dieser Reihe regelmäßig starke und inspirierende Frauen vor. Frauen, die neue Wege gehen, sich etwas trauen, mutig sind und die Welt zu einem besseren Ort machen. Für das heutige Interview habe ich Jennifer Hauwehde mit Fragen gelöchert. Jenni bloggt auf Mehr als Grünzeug über nachhaltiges Leben, vegane Ernährung, Minimalismus und viele weitere wichtige und berührende Themen. Sie ist eine Frau voller Ideen und Tatendrang und schreibt vor allem voller Leidenschaft über die Dinge, die ihr am Herzen liegen. Ihr Blog ist eine unerschöpfliche Inspirationsquelle für ein bewusstes Leben und Jennis wunderbare Art einfach ansteckend, weshalb ich mich umso mehr freue, sie euch heute vorzustellen.

Be the change: Kea von Garnier {Interview + Verlosung}

Inspiriert von Gandhi’s Worten „Be the change you wish to see in the world“ stelle ich euch in dieser Reihe regelmäßig starke Frauen vor. Frauen, die neue Wege gehen, sich etwas trauen, mutig sind und die Welt zu einem besseren Ort machen. Für das heutige Interview habe ich Kea von Garnier mit Fragen gelöchert. Kea ist eine Frau voller Ideen und Überraschungen. Während sie hauptberuflich als Grafikdesignerin arbeitet, schreibt sie auf ihrem Blog hello mrs eve über nachhaltiges Wohnen und ihre Liebe zur Literatur und inspiriert auf ihrem Zweitblog thirtyplus (30+) Frauen, selbstbewusst ihren Herzensweg zu gehen und sich kritisch mit gesellschaftlichen Themen auseinanderzusetzen. Außerdem hat sich Kea in diesem Sommer den Traum vom eigenen Buch erfüllt und ihren ersten Jugendroman veröffentlicht, und weil das alles offenbar noch nicht genug war, vor Kurzem auch noch ein Netzwerk ins Leben gerufen. Kea ist wie eine Wundertüte und ich freue mich, sie euch heute vorzustellen:

Kea von Garnier im Interview / THE.WAITRESS. Blog

1) Liebe Kea, wenn du dich mit 3 Worten beschreiben solltest, welche wären das?

wach, wortverliebt, seelenvoll

2) Was ist dein Herzensthema?

Oh, du triffst einen wunden Punkt – denn eigentlich hätte ich immer gesagt: Frauen bestärken. Das ist Kernthema meines Jugendromans Schmetterlingswinter, das ist Dreh- und Angelpunkt meines Zweitblogs thirtyplus und es ist Motivation für das neue Frauen-Netzwerk DIE SALONS. Aktuell bin ich ein klein wenig – hm, desillusioniert? Mir scheint, so viele Frauen haben es sich im Patriarchat so gemütlich gemacht, dass sie da gar nicht heraus wollen. Und wer bin ich, sie dann herauszulocken? Es ist unfassbar anstrengend, diskussionsreich, ermüdend. Ich sehne mich nach Mitstreiterinnen und versuche jetzt, sie im neuen Netzwerk zu finden – damit wir eine Leuchtkraft entwickeln, die uns einfach unwiderstehlich macht :)

3) Wer oder was inspiriert dich zu einem bewussteren Leben?

Im Außen: Meine liebe Laura mit dem 7 AM Club, die meinem rasenden Gedankenkarussell in ihren Meditationen morgens ganz entspannt den Maulkorb aufsetzt – wenn ich dann ganz ruhig atme und in mir selbst ankomme, spüre ich, wie all das irre Getöse, das uns täglich im Netz und im Alltag umgibt, von mir abfällt und ich wieder zu meinem Kern zurückfinde. Im Inneren wartet dann meine eigene Stimme auf mich, die mir ganz genau sagt, wovon ich weniger will: Internet, Konsum, Misogynie, Rassismus, Egoismus. Und wovon mehr: Im Einklang mit der Natur leben, Verantwortung tragen, Kunst erschaffen, Liebe in die Welt bringen. Klingt esoterisch, ist aber so ;) Aus diesem nach-innen-Lauschen ist dann ja zum Beispiel auch Anfang des Jahres der Entschluss gereift, Schluss zu machen mit dem achtlosen Lifestyle-Blogger-Konsum-Rausch und hello mrs eve komplett auf nachhaltiges Interior Design umzustellen. Auch wenn das manchmal schwer und mühsam ist, so gegen den Strom zu schwimmen: Sobald ich mich auf meine innere Wahrheit konzentriere, weiß ich, dass das der richtige Weg für mich ist.

4) Was ist die größte Motivation für das, was du tust?

Ich glaube, meine eigene Geschichte. Das Leben war nicht immer rosarote Zuckerwatte. Seit dem Kindergarten habe ich eine massive Angst- und Panikstörung und depressive Episoden – einfach jeden Tag da zu sein, über die Einschränkungen durch die Krankheit nicht zu verbittern, gleichzeitig die Kraft zu finden, immer weiter zu machen und irgendwann zu begreifen, dass ich durch meine Sensitivität auch so viele Geschenke in mir habe. Dieser ganze Weg hat mich enorm geprägt. Ich glaube, bei allem, was ich tue, egal, was ich an Texten, Essays, Lyrik oder Geschichten schreibe, an welchem Netzwerk-Projekt ich gerade so bastele: Ich tue es, weil ich weiß, wie wichtig es ist, Anker zu finden, Momente, die uns Halt geben, Glück, Zuversicht. Weil auch für mich in den dunkelsten Stunden der richtige Text tröstlich ist wie eine flauschige Decke. Weil der Anblick der Nebelschwaden im Wald mich immer wieder für alles entschädigt, das weh tut.

Einfach, weil ich an die Magie glaube, an die Liebe und an Momente, die dein Herz vor lauter Glück fast zum Platzen bringen.

Be the change: Kea von Garnier im Interview / THE.WAITRESS. Blog

5) Vor ein paar Monaten hast du deinen ersten Jugendroman veröffentlicht und dir damit einen Traum erfüllt. Hast du 3 Tipps, wie man vom Träumen leichter ins Umsetzen seiner Wunschprojekte kommt?

Wow, gleich drei? :) Wobei: Doch, ja, die krieg ich zusammen. Der erste Tipp war für mich unglaublich entscheidend und kommt, wer hätte es gedacht, von Laura: Fokus! Fokus! Fokus! Erst nachdem ich mich dafür entschieden hatte, meiner Buchveröffentlichung alle Priorität einzuräumen, ist es plötzlich geflutscht. Ich habe akzeptiert, dass dafür andere Dinge Pause machen müssen. Wirklich Pause. Sie warten meistens sehr geduldig auf uns und wir können uns dann mit der verdienten Hingabe darum kümmern, wenn sie dran sind. Der zweite Tipp: Such dir Gleichgesinnte. Ich habe unglaublich tolle Unterstützung in der Gruppe authorwing erfahren. Ohne den Support der anderen AutorInnen, die ebenfalls an ihren Büchern gearbeitet haben, hätte ich es nicht geschafft. Drittens: Nein, nicht das ewige "glaub an dich", sondern: Liebe deine Zweifel. Sie sind deine Begleiter, sie zeigen, dass du dabei bist, etwas zu tun. Vermutlich hören sie niemals auf, sie sind natürlicher Bestandteil des schöpferischen Prozesses, die Späne, die beim Hobeln fallen. Nicke ihnen lächelnd zu, du bist vorbereitet, sie dürfen da sein. Warte nicht erst ab, bis sie verflogen sind. Mach trotzdem weiter.

6) Deine Welt ist die Welt der Worte. Gibt es ein Buch, das dich in der letzten Zeit ganz besonders berührt hat und das du uns ans Herz legen möchtest?

Ja, definitiv, aber ich bin noch dabei, es zu lesen: Gegen den Hass, das Buch von Carolin Emcke, das den Friedenspreis des Deutschen Buchhandels gewonnen hat. Ein Buch, das laut Klappentext all jenen Futter bieten soll, die nach Argumenten suchen, mit denen sie eine humanistische Haltung und eine offene Gesellschaft verteidigen können. Ich habe das Gefühl, dass wir genau solche Bücher gerade brauchen. Und dass wir solche Argumente auch laut vernehmbar aussprechen müssen. Auch wenn man das Werk vielleicht „Für die Liebe“ hätte nennen sollen – wenn wir den Ratschlag berücksichtigen wollen, dass man das, was man möchte, positiv formulieren soll ;)

7) Stell dir vor, du hättest Superheldinnenkräfte und könntest über Nacht die Welt verändern. Was würdest du als erstes tun?

Ich glaube, ich würde den Menschen mehr Empathie ins Herz streuen – wer sich in sein Gegenüber hineinversetzen kann und Mitgefühl entwickelt, der kann unmöglich die Umwelt weiter ausbeuten, die Natur zerstören, Fremdes ausgrenzen, Frauen herabsetzen und Hass und Gewalt verbreiten.

Wenn wir uns selbst in den anderen erkennen und bemerken, dass wir keine voneinander komplett isolierten Lebewesen sind, kann das nur wunderbare Auswirkungen auf uns alle haben.

Verlosung Schmetterlingswinter von Kea von Garnier / THE.WAITRESS. Blog

Liebe Kea, ich danke dir von Herzen, für deine offenen, ermutigenden und inspirierenden Antworten!

Und ich freue mich, dass ich zusammen mit Kea ein Exemplar von ihrem Roman "Schmetterlingswinter" unter euch verlosen darf!

An der Verlosung teilnehmen – so geht’s:

Um am Gewinnspiel teilzunehmen, hinterlasst bis zum 01.12.2016 (24 Uhr) einfach einen Kommentar unter dem Post (mit eurem Namen und einer gültigen Emailadresse, damit ich den/die Gewinner/in kontaktieren kann. Die Emailadresse ist nur für mich einsehbar.) und erzählt, wer oder was euch gerade zu einem bewussten, glücklichen Leben inspiriert.

Teilnahme für jede/n ab 18 Jahren mit Wohnsitz in Deutschland. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen, eine Barauszahlung des Gewinns nicht möglich. Der/Die Gewinner/in wird per Zufallswahl ermittelt und per Email kontaktiert. Kommentare ohne Namen werden nicht berücksichtigt.

Viel Glück und alles Liebe!

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Be the change: Shia Su von Wasteland Rebel

Inspiriert von Gandhi's Worten "Be the change you wish to see in the world" stelle ich euch in dieser Reihe regelmäßig starke Frauen vor. Frauen, die neue Wege gehen, sich etwas trauen, mutig sind und die Welt zu einem besseren Ort machen. Für das heutige Interview habe ich mir Shia Su von Wasteland Rebel geschnappt und ihr ein paar Fragen gestellt. Shia schreibt auf ihrem Blog über ihr Zero Waste Leben und gibt tolle Anregungen, Tipps und Informationen rund um das Thema unverpackt Einkaufen und müllfrei Leben. Das macht sie auf eine so einzigartige, humorvolle und motivierende Weise, dass es eine Freude ist, ihre Texte zu lesen und die Ideen selbst im Alltag umzusetzen.  Vorhang auf:

Zero Waste Bloggerin Shia Su von Wasteland Rebel im Interview / THE.WAITRESS. Blog

1) Liebe Shia, wenn du dich mit 3 Worten beschreiben solltest, welche wären das?

Oh je XD. Unkonventionell, (zu) direkt, (sehr) eigen. Meine Mutter wundert sich immer noch andauernd, dass Hanno (mein Mann) es so schon über 12 Jahre mit mir aushält. Bis ihr dann wieder auffällt, dass der auch nicht alle Tassen im Schrank hat...

2) Was ist dein Herzensthema?

Alle denken, es ist Nachhaltigkeit, aber eigentlich arbeite ich an der Weltherrschaft. Pssssst ;).

3) Wer oder was inspiriert dich zu einem bewussteren Leben?

Der Gedanke, so wenig wie möglich auf Kosten von Mensch, Tier und Umwelt leben zu wollen. Und offenbar habe ich den nervtötenden Drang, Grenzen auszureizen und Autoritäten zu missachten nicht mit der Pubertät abgelegt.

4) Was ist die größte Motivation für das, was du tust?

Es mit Hanno zusammen machen zu können. Das ist dann nur noch halb so langweilig. So macht Unfug treiben gleich doppelt so viel Spaß.

Zero Waste einkaufen mit Shia Su von Wasteland Rebel / THE.WAITRESS. Blog

5) Wie hat Zero Waste dein Leben verändert und bereichert?

Ich laufe heute mit ganz anderen Augen (und endlich mit an meine neue Sehstärke angepassten Brillengläsern) durch die Welt. Ganz ausschlaggebend war sicherlich der Minimalismus-Ansatz, der mit der Auseinandersetzung mit dem eigenen Konsumverhalten eigentlich zwangsläufig aufkommt. Denn einfach 1:1 auf “grüne Alternativen” umzusteigen, bringt reichlich wenig, wenn wir trotzdem zu viel und zu schnell konsumieren. So schnell können auch unsere gentechnisch gepimpten nachwachsenden Rohstoffe nicht nachwachsen.

Wo wir ansetzen müssen, ist beim Konsum. Und Müll ist für mich ein ganz einfacher Indikator für einen übermäßigen Konsum, denn wo viel gehobelt wird, fallen auch viele Späne. Er steht für mich auch symbolisch für einen verschwenderischen Umgang mit Ressourcen. Man muss sich echt mal klar machen, dass wir unsere schwindenden Ressourcen dafür verballern, Dinge direkt für die Tonne zu produzieren. Wie absolut bescheuert und extrem ist das eigentlich? Dann lieber generell weniger konsumieren, weniger besitzen, weniger putzen (weniger Gedöns = weniger Haushalt!) und das Überschüssige wieder in Umlauf bringen. Denn eigentlich ist genug da, man muss es nur mal umverteilen, statt andauernd Neuware zu produzieren. Und nur mal so: Wenn Dinge uns wirklich glücklich machen würden, müssten wir nicht alle in einem konstant orgasmischen Rausch sein? Schließlich haben wir alle so viel mehr, als wir jemals überhaupt brauchen könnten. Uns glücklich zu kaufen, funktioniert also offenbar nicht, also spar ich mir das doch direkt und investiere meine Zeit und Energie in Sinnvolleres wie Katzenvideos gucken Kinder ärgern bei Instagram abhängen Handstand üben.

Vor unserer Zero-Waste-Umstellung haben Hanno und ich außerdem hauptsächlich von Junk Food gelebt: Die Pizza- und Dönerbuden-Betreiber in der Nähe dachten alle fälschlicherweise, wir wären nur bei ihnen Stammkunden, und zu Hause gab’s meistens was aus dem Tiefkühl-Regal. Gut, bis heute steht Kochen bei uns auf einem Level wie Putzen: Ein notwendiges Übel; wir machen es nicht gerne, aber wir machen es. Mit dem Vorhaben, Müll etwas konsequenter zu vermeiden, kauften wir eher unbewusst graduell immer weniger Junk Food und immer mehr frisches Obst und Gemüse, bis wir irgendwie ganz bei Bio-Lebensmitteln landeten und schleichend mit Hilfe unseres besten Freundes Google lernten, auch Frisches zeitsparend zuzubereiten. Es schmeckte uns einfach viel besser, weswegen wir uns auch wie fremdgesteuert in die Küche stellten und dabei ganze Fernsehserien durchbekamen. Ich hätte das selbst nicht geglaubt, aber diese gesunde Ernährung macht sich tatsächlich gesundheitlich bemerkbar! Meine ganzen Allergien (Heuschnupfen, Lebensmittel- und Hautallergien, Neurodermitis) haben sich enorm gebessert! Sie sind nicht komplett weg, aber ich muss mich nicht mehr mit Antiallergika, auf die ich auch irgendwann nicht mehr anschlug, und Kortison vollpumpen, um nicht im Frühling ungewollt an einem Asthma-Anfall zu krepieren, wenn es wieder heißt, wir fahren aufs platte norddeutsche Land, um unterm grauen Himmel zwischen fliegenden Pollen Kaffee Friesentee zu schlürfen.

Shia Su von Wasteland Rebel im Interview - Zero Waste Einkauf / THE.WAITRESS. Blog

6) Was wären 3 Einsteiger-Tipps, die du uns geben würdest, wenn wir im Alltag mehr Müll vermeiden möchten?

  1. Einfach anfangen und nicht alles zu 100% machen wollen. Die meisten Vorhaben im Leben scheitern daran, dass man sich zu große Aufgaben vornehmen möchte und die dann doch andauernd aufschiebt, weil man für große Aufgaben gefühlt “den richtigen Zeitpunkt” braucht.
  2. Von Level zu Level zu Level zu Level, bis der Endboss kommt… oder so ähnlich. Erst mal mit den einfachen Sachen einsteigen. Man muss sich ja das Leben nicht unnötig schwer machen. Und alles schön im eigenen Tempo, soll ja nicht in Frust ausarten.
  3. Den eigenen Müll mal analysieren. Dann weiß man, wo die eigenen “Problemzonen” sind und man ganz gezielt ansetzen kann. Kauft man jeden Tag was beim Bäcker, kann man daran arbeiten, sich jeden Tag eine Brotdose einzustecken und beim Fragen nach der Sonderwurst nett zu lächeln. Kauft man viele Fertiggerichte wie Tütensuppe oder TK-Gerichte, kann man anfangen, zu lernen, häufiger mal mit unverarbeiteten Zutaten zu kochen. Hat man viele Verpackungen von Obst und Gemüse, dann kann man sich mal umgucken, wo es vor Ort unverpacktes Obst und Gemüse gibt, wie z.B. in kleineren Bioläden, auf Wochenmärkten, im türkischen Gemüseladen oder vielleicht direkt vom Bauern?

Der 4. Tipp wäre natürlich, sich Tipps aus meinem Buch “Zero Waste: Weniger Müll ist das neue Grün” zu holen ;).

© www.wastelandrebel.com / Shia Su

7) Stell dir vor, du hättest Superheldinnenkräfte und könntest über Nacht die Welt verändern. Was würdest du als Erstes tun?

Also als allererstes würde ich ein großes Stück Kuchen zur Stärkung verputzen (wie ich es auch gerade in diesem Moment mache). Vielleicht auch zwei, ist ja eine große Aufgabe ;). Danach würde jedem Menschen das Bedürfnis einpflanzen, Rücksicht nehmen zu wollen und auch das Bewusstsein, dass man Verantwortung für sein Handeln übernimmt, ja, auch wenn die Konsequenzen auf der anderen Seite des Globus sind und nicht vor der eigenen Haustür. Ich denke nämlich, dass es nicht unbedingt darum geht, sich aufzuopfern bzw. in Selbstgeißelung oder gar Märtyrertum zu verfallen, um Gutes zu tun, sondern ganz einfach rücksichts- und respektvoll sowie verantwortungsbewusst durchs Leben zu gehen.

Dann würde dieser ganze Unsinn von allein aufhören. Wir würden ganz selbstverständlich nicht mehr den ganzen Müll produzieren, nicht mehr umweltmäßig “über unseren Verhältnissen leben”, nicht mehr Kinder für Fast Fashion unter gefährlichen und gesundheitsgefährenden Bedingungen Klamotten nähen lassen. Rassismus, Sexismus, Homo- und Xenophobie sowie irrsinnige Wohlstandsgefälle wären mindestens stark abgemildert, wenn man rücksichts- und respektvoll miteinander umginge. Und die enormen Ressourcen, die momentan auf Destruktives verwendet werden, wie z.B. den Konsum anzukurben oder Kriege zu führen, würde man in tatsächlich sinnvolle Projekte wie z.B. Zugang zu Trinkwasser oder medizinische Versorgung investieren. Man würde also viele Probleme im Keim ersticken, müsste sich nicht mit den Folgeschäden herumschlagen und würde freigewordene Ressourcen für Sinnvolleres einsetzen. Prozessoptimierung durch eine arschlochfreie Welt sozusagen.

Liebe Shia, ich danke dir herzlich für deine Zeit und die kraftvollen, inspirierenden Antworten und eröffne hier gleich noch eine weitere Fragerunde:

Kennt ihr Zero Waste und habt ihr euch schon einmal damit befasst? Wie versucht ihr, euren Alltag nachhaltiger zu gestalten?

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Be the change: Mindful Empowerment Coach Laura Seiler

Be the change: Mindful Empowerment Coach Laura Seiler

Ich freue mich so sehr, dass ich euch heute einen neuen Beitrag aus meiner Reihe "Be the change" zeigen kann! In dieser Rubrik dreht sich alles um wunderbare, inspirierende und starke Frauen, die neue Wege gehen und etwas bewegen. Nachdem ich euch vor Kurzem Nele Prinz und ihre No Plastic Challenge vorgestellt habe, habe ich für das Interview heute Laura Seiler mit Fragen gelöchert. Laura arbeitet als Mindful Empowerment Coach in Berlin und ist eine Powerfrau voller Ideen und Herzenswärme. Sie coacht, hält Vorträge, gibt Workshops, veröffentlicht jede Woche neue Folgen von ihrem tollen Podcast "Happy, Holy & Confident" und vieles vieles mehr. Wie schön, dass sie die Zeit gefunden hat, die folgenden Fragen zu beantworten:

Be the change: Nele Prinz und ihre No Plastic Challenge {Interview}

Ich freue mich riesig, dass ich euch heute eine neue Reihe auf dem Blog vorstellen kann! In meiner bisherigen Rubrik "Make a change" zeige ich euch immer wieder Tipps und Ideen, wie man das Leben anders, bewusster und nachhaltiger gestalten kann. "Be the change" geht nun einen Schritt weiter. In dieser Reihe wird es ab sofort Interviews geben - Interviews mit ganz wunderbaren, inspirierenden und starken Frauen. Frauen, die neue Wege gehen. Frauen, die anders denken. Frauen, die etwas bewegen. Den Anfang macht heute Nele Prinz. Nele ist selbstständige Designerin und Fotografin aus Wiesbaden. Für ihre Bachelorarbeit im Fach Kommunikationsdesign hat sie sich das Thema Plastik vorgeknöpft und ein einzigartiges Buch geschaffen. Unter dem Motto "I'm a plastic girl in a plastic world." hat sie ihre No Plastic Challenge ins Leben gerufen und einen Monat auf Plastik verzichtet. Ihre Arbeit dokumentiert ihre Erfahrungen und Probleme genauso wie sie Lösungen und Ideen aufzeigt für ein Leben ohne Plastik, denn "Life in Plastic is NOT fantastic."

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1) Liebe Nele,wenn du dich mit 3 Worten beschreiben solltest, welche wären das?

neugierig bewusst designverliebt

2) Wer oder was inspiriert dich zu einem bewussteren Leben?

Wenn man aufmerksam lebt, sieht man sowohl im eigenen Umfeld als auch in Dokumentationen, dass in unserer Welt leider sehr viel schief läuft. Das macht mich wütend und ich möchte eigentlich nicht Teil dessen sein. Oft unterstützt man Umweltverschmutzung und soziale Ungerechtigkeit leider auch ohne es zu wissen mit seinem Konsumverhalten. Es ist schwierig komplett ethisch perfekt zu leben. Aber ich finde jeder sollte versuchen einen Teil dazu beizutragen, dass die Welt jeden Tag ein Stückchen besser wird. Dazu gehört auch, dass man nicht müde wird und sich immer weiter informiert.

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3) Wie entstand deine Idee, für einen Monat auf Plastik zu verzichten?

Es klingt nach Klischee, aber ehrlich gesagt habe ich mich mit Abfall und der Wegwerfgesellschaft schon in der Grundschule beschäftigt. Mit meiner Freundin Jassi aus dem Hort wollte ich die Welt retten. Wir sind im Gebüsch herumgekrochen und haben Plastik, Konservendosen und anderen Müll gesammelt und dann in der Küche im Hort abgegeben. Aber da war die Freude der Erzieher nicht so groß wie erwartet. Auf die Idee, das Thema Plastik in meiner Bachelorarbeit zu behandeln, kam ich dann durch das Schauen, Hören und Lesen verschiedener Beiträge in den letzten Jahren. Ich wollte für meine Arbeit vor allem ein Thema, was mich bewegt, was aktuell und für viele interessant ist.

4) Du hast dich eine Woche lang auf dein Projekt vorbereitet, wie genau sah diese Vorbereitung aus?

Ich habe meinen Alltag beobachtet und genau wahrgenommen, wo überall Plastik auftaucht. Besonders spannend war, alles Plastik in der Wohnung zu sammeln und dieses Ausmaß zu sehen. Ich habe viel im Internet auf Blogs gelesen, Filme geschaut und war beim Einkaufen einfach mal aufmerksamer als sonst.

5) Wenn man im Alltag auf Plastik verzichten will, stößt man schnell an Grenzen. Für welche Probleme war es am schwierigsten Lösungen zu finden?

Reinigungsmittel! Ich fand einfach absolut keine Putzmittel, die ohne Plastik verpackt waren. So musste ich mich im Internet auf die Suche nach Rezepten machen, mit denen ich mir meine eigenen Reinigungsmittel selbst herstellte. Das funktionierte zwar, allerdings habe ich nun – nach meinem Selbstversuch und zurück im Alltag und Arbeitsleben – gemerkt, dass ich das zeitlich nicht mehr schaffe. Schwierig war es außerdem, wenn ich mit Hunger einkaufen ging oder mal spontan etwas kaufte. Gerade in Cafés habe ich anfangs immer vergessen den Strohhalm abzubestellen. Und das passiert mir jetzt auch manchmal noch, wenn ich abgelenkt bin oder auf ein Gespräch konzentriert. Plastik ist einfach allgegenwärtig und versteckt sich hinter jeder Ecke.

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6) Welche überraschenden Fakten hast du bei deinen Recherchen über Plastik erfahren?

Viele Fakten sind eigentlich logisch, aber wenn man vorher nie darüber nachgedacht hat, erscheinen sie dann doch unerwartet: Kaugummis bestehen aus Kunststoff, Kunststoff besteht aus Rohöl… Cremes werden mit Kunststoffteilen aufgefüllt, um mehr Masse zu erhalten. Eine Plastikflasche im Meer zersetzt sich erst vollständig nach 450 Jahren. Plastik enthält giftige und krebsverursachende Chemikalien. In den Weltmeeren befinden sich mehr als 269.000 Tonnen bzw. mehr als 5,25 Billionen Teilchen Plastikmüll. Jährlich gelangen ca. 8 Millionen Tonnen Plastik ins Meer.

7) Was hat sich durch die Challenge in deinem Leben verändert?

Anfangs war die Challenge für mich nur meine Bachelorarbeit, für die ich eine gute Note erhalten wollte. Während ich recherchiert und all meine Gedanken in meinem Plastiktagebuch festgehalten habe, wurde die Challenge immer mehr zu einem Herzensding. Dann hat meine Arbeit sehr viel Aufmerksamkeit erhalten, womit ich erst mal nicht gerechnet hatte. Ich war auf der Buchmesse, in Zeitung und Radio und habe Vorträge und Lesungen gehalten. Das große Interesse der Leute hat mich mittlerweile motiviert, mit Hilfe von Design das Thema Plastikverzicht den Menschen wirklich näher zu bringen.

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8) Du hast deine Erfahrungen aus der Challenge in deiner Abschlussarbeit festgehalten und so ein ganz wunderbar illustriertes und informatives Ratgeberbuch geschaffen. Wie geht es jetzt weiter? Wird es das Buch eines Tages in gedruckter Form geben? Hast du Pläne?

Vielen Dank :-) Ja, es geht nun wirklich weiter damit. Ab Mai/Juni will ich mich aktiv auf die Suche nach Verlagen machen um mein Buch wirklich herauszubringen. Dazu motiviert haben mich vor allem die vielen Nachfragen auf meinen Lesungen und Vorträgen.

9) Und noch eine Frage zum Schluss: Stell dir vor, du hättest Superheldinnenkräfte und könntest die Welt über Nacht verändern. Was würdest du als Erstes tun?

Oh je, da gibt es echt viel zu tun. Ich könnte jetzt natürlich die Ozeane komplett von Plastik befreien, die Massentierhaltung abschaffen oder gerechte Löhne in der asiatischen Textilindustrie einführen. Aber das bringt ja alles nichts, wenn sich nicht in den Köpfen der Menschen etwas Grundlegendes ändert. Also würde ich als Erstes mit meinen Superheldinnenkräften in den Köpfen aller Menschen Empathie, Gerechtigkeitssinn, Mut und Vorwärtsdenken einpflanzen oder verstärken, damit sie sich selbst zu nachhaltigerem Denken entwickeln.

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Liebe Nele, herzlichen Dank für das spannende Interview! Ich wünsche dir alles Gute und drücke fest die Daumen, dass sich bald ein Verlag für dein tolles Buch findet!

Falls ihr Nele's No Plastic Challenge auch so spannend findet wie ich, könnt ihr hier auf ihrer Facebook-Seite und ihrer Website weitere Infos finden. Und hier habe ich euch 10 Tipps notiert, wie ihr Plastik in eurem Alltag besser vermeiden könnt. Vielleicht ist da ja auch die ein oder andere Idee für euch dabei!